Haus Goetz
1962–63

28010 Ameno, Italien
Auftraggeberin: Tilla Goetz-Hardt

1962 fertigten Fehling+Gogel Zeichnungen für ein Wohnhaus an, dessen Ausführung von einem anderen Architekten betreut werden würde. Das Gebäude wurde 1963 im italienischen Ort Ameno errichtet, als Feriendomizil für Tilla (Anna Mathilde) Goetz-Hardt. Fehling+Gogel übergaben die Baupläne nach Italien, ohne den Ort je zu besuchen.

Weder am Bauort Ameno noch im Nachlass der Architekten befinden sich die Zeichnungen für Haus Goetz. Jedoch belegen Tagebuchnotizen aus dem Nachlass von Tilla Goetz-Hardt, dass der Entwurfsauftrag an Fehling+Gogel ging.

Haus Goetz, Ameno, Italien

Der Entwurf beinhaltet ein ungewöhnliches Bauelement, einen überdachten Außenbereich. Dieser Außenbereich wurde von einer “Lawinenschutzwand” begrenzt. Dass weder Fehling noch Gogel jemals das Baugrundstück und dessen Lage besichtigten, schlug sich in dieser Fehleinschätzung der Wetterverhältnisse nieder. Ameno liegt geschützt am Rand des Ortasees, in der Provinz Piemont.

Die aus Natursteinen gemauerte “Lawinenschutzwand” erinnert an die Gartenwände früherer Wohnhausentwürfe Fehlings. Pläne für das Haus an der Kampenwand und für Haus Drews sahen ähnliche Konstruktionen vor.

Nach dem Tod von Tilla Goetz-Hardt wurde das Haus verkauft und intensiv umgebaut. Der offene Außenbereich wurde geschlossen und dem Wohnraum zugeschlagen. Das Dach wurde mit roten Dachziegeln gedeckt, eine außenliegende Dachentwässerung angebracht. Bandfenster wurden durch französische Fenster ersetzt.

Zustand 2004. Foto: Dietrich Jacob