Max-Planck-Institut für Astrophysik
1975–80

Karl-Schwarzschild-Straße 1, 85748 Garching bei München
Auftraggeber: Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.

Foto: Rainer Gollmer 2009

Ein Fünfeck bildet die Grundfigur des Gebäudes, das ab 1975 geplant und 1978–80 ausgeführt wurde. Die Sichtbetonkonstruktion wurde mit einer innen liegenden Wärmedämmung ausgestattet.

Foto: Rainer Gollmer 2009

Im Gegensatz zur extraterrestrischen Physik entwickelt die Astrophysik keine Messinstrumente und Versuchsanordnungen für den Weltraum, sondern arbeitet mit deren Daten. Bevor die extraterrestrische Physik ein eigenes Institut der Max-Planck-Gesellschaft wurde, war sie Teil des Instituts für Astrophysik.

Modell, Foto: Matthias Seidel 2009

Die Max-Planck-Gesellschaft lud Fehling+Gogel zusammen mit einer Handvoll Mitbewerber zu einem beschränkten Gutachterverfahren ein, das intern durchgeführt wurde. Fehling+Gogel überzeugten, weil sie vorschlugen, das Institutsgebäude um eine bestehende Weide auf der Bachaue herum zu bauen, anstatt diese zu fällen.

Bauzeitliche Innenaufnahme, Foto: Francesco Signorini

Für das Max-Planck-Institut für Astrophysik wandten Fehling+Gogel ein Entwurfsprinzip an, das sie in den Wettbewerbsentwürfen für das Schiller-Archiv in Marbach und das Behindertenzentrum in Ulm erarbeitet hatten: Um eine geometrische Grundform ranken sich asymmetrisch Arme von Gebäudetrakten. Die Form öffnet sich zum Eingang, zu allen anderen Seiten entwickeln sich die Ansichten aus dem entsprechenden Raumprogramm.

Grundriss Eingangsgeschoss

Ein zweihüftiger Bürotrakt wurde der Länge nach aufgeschnitten und zerteilt. Die einzelnen Reihen von Bürozellen wurden dann in konkaven Kurven um ein Fünfeck gelegt, sodass die Funktion der Flure vom fünfeckigen Leerraum in der Mitte übernommen wurde. Frei in diesem Raum standen offene Treppenhäuser.

Bauzeitliche Aufnahme, Foto: Francesco Signorini

Manfred Sack: “Die Bauarbeiter vom Astrophysik-Bau, tief bewegt von den enormen Herausforderungen ihrer Arbeit, revanchierten sich zuletzt bei ihren Architekten mit einem tafelgroßen Relief des Gebäudegrundrisses, das sie heimlich in den weißen Putz der schräg zum Eingang führenden Mauer geprägt hatten – wie einen Verdienstorden.”

Grundrissrelief in der Außenwand, bauzeitliche Aufnahme, Foto: Manfred Sack