Paul-Gerhardt-Kirche
1958–64

Hauptstraße 47–48, 10827 Berlin-Schöneberg
Auftraggeber: Evangelische Kirchengemeinde Alt-Schöneberg

Foto: Rainer Gollmer 2009

Die Paul-Gerhardt-Kirche ist ein moderner Wiederaufbau der im Zweiten Weltkrieg zerstörten Kirche von 1910. Sie steht an der Hauptstraße direkt neben der barocken Schöneberger Dorfkirche und gehört wie diese zur Evangelischen Gemeinde Alt-Schöneberg. Mit weiteren Gemeindebauten bildet sie ein Ensemble, das von der Hauptstraße bis zur St.-Norbert-Kirche führt und so einen Durchgang zur Dominicusstraße herstellt. Fehling+Gogel planten auch den veränderten Wiederaufbau der benachbarten katholischen St.-Norbert-Kirche. 1965–66 wurde das Ensemble um einen dritten Entwurf von ihnen erweitert, das als „Superintendentur“ bezeichnete Gemeindezentrum.

Die Paul-Gerhardt-Kirche steht – leicht erhöht – wie ein Solitär mit Abstand zur Straße, zu der Gemeindeverwaltung und der Schöneberger Dorfkirche, ist jedoch auf der der Straße abgewandten Seite mit dem alten Gemeindesaal verbunden. Hier befindet sich der letzte erhaltene Teil ihres Vorgängerbaus: eine Kapelle, die Fehling+Gogel in den Neubau mit- einbezogen. Neben der Kirche schließt der dreigeschossige Riegel der Gemeindeverwaltung an die Bebauung der Hauptstraße an.

Das für den Kirchenbau zeittypische Motiv des Zeltes wird zwar aufgegriffen, jedoch dadurch gebrochen, dass das Dach mit den Außenmauern zu einem unregelmäßigen Körper verbunden ist. Die sich daraus ergebende Dreiecksgeometrie bestimmt die Gliederung der Fassade, an der sich geschlossene Betonwände und großflächig verglaste Öffnungen abwechseln. Der Landschaftsplaner Hermann Mattern war für die Freiraumgestaltung verantwortlich.