Verwaltungsgebäude der Firma Haas & Sohn
1961–63

Herborner Straße 7–9, 35764 Sinn im Lahn-Dill-Kreis
Auftraggeber: Haas & Sohn GmbH

Der technischer Leiter der Firma Haas & Sohn, Wolfgang Rathscheck, war mit dem Bruder von Hermann Fehling bekannt und lernte so den Architekten aus Berlin kennen. So kam Fehling 1954 zu dem Auftrag, einen Messestand für Haas & Sohn zu entwerfen.

1955 entwickelte Fehling für Haas & Sohn die „Schrankküche“. Schubladen, Kühlschrank, Geschirrschränke, eine Arbeitsfläche mit eingebauter Spüle und Herdplatten wurden in einem Möbelstück untergebracht. Das Modell war ein Erfolg und sicherte Fehling ein stetiges Einkommen – durch Beteiligung an den Einnahmen. Bis 1962 entwarf er weitere Designs für Küchenmöbel.

1961 folgte der größte Auftrag von Haas & Sohn, als Fehling+Gogel mit dem Bau einer neuen Verwaltung betraut wurden. Der Bau wurde 1963 vollendet und steht als höchstes Gebäude von Sinn deutlich sichtbar an der Herborner Straße. Über einem lang gestreckten Sockel erhebt sich eine Hochhausscheibe von insgesamt acht Stockwerken. Alle Geschossplatten kragen von einem Kern aus und erlauben stützenfreie Etagen und Fassaden ohne vertikale Elemente.

Haas & Sohn, bauzeitliche Aufnahme mit originaler Verklinkerung. Foto: Garbriele Walther

Ein besonderes Merkmal war die Kombination aus horizontaler Fassadenstruktur und Verklinkerung, was heute nicht mehr sichtbar ist, da das Gebäude weiß verputzt wurde. Das weiß gebänderte Geschäftshochhaus entspricht dem Ideal der europäischen Moderne der 20er Jahre.

Modell einer frühen Entwurfsphase

Ein Vorbild für eine horizontal betonte, auskragende Struktur mit Ziegelverblendung findet sich hingegen in Amerika, beim S. C. Johnson Research Tower von Frank Lloyd Wright.

Vorentwurf mit gekippten Brüstungsbändern