Wohnsiedlung “Am kleinen Messel”
1976–81

Am großen Wannsee 37–39, 14109 Berlin
Auftraggeber: Neue Heimat Berlin

Bei den beiden Landhäusern, die im Berliner Volksmund als „Großer Messel“ und „Kleiner Messel“ bezeichnet werden, handelt es sich um die Villa Oppenheim und die Villa Springer. Beide stehen am Wannsee, die eine entwarf Alfred Messel 1907 für den Industriellen Franz Opppenheim, die andere 1901 für den Verlagsbuchhändler Ferdinand Springer.

Bauzeitliche Aufnahme

Nachdem die Villa Springer – der „Kleine Messel“ – ab 1956 temporär als Krankenhausbau genutzt wurde, stand das Gebäude leer und verwahrloste zusehends. Erst mit dem Vorhaben der Wohnungsbaugesellschaft Neue Heimat, das Grundstück mit einer Wohnsiedlung zu bebauen, wurde die Villa Springer revitalisiert. Sie wurde von Fehling+Gogel in fünf Wohnungen eingeteilt.
Sie planten allerdings nur den Innenausbau, mit der Sanierung und Rekonstruktion der Fassaden wurde der Architekt Uli Böhme beauftragt.

Villa Springer von Alfred Messel, Zustand 2009

Für die Wohnbebauung galt es, möglichst flach zu bleiben, um das Baudenkmal der Messelvilla nicht zu beeinträchtigen. Fehling+Gogel entwickelten hierfür einen neuen Reihenhaustyp: eine zweistöckige Zeile, die über einen Mittelgang im Obergeschoss erschlossen wird. Die Architekten planten zwei verschiedene Wohnungstypen, eingeschossig und Maisonette. Die zweigeschossigen Wohngen liegen quer zur Gebäudeachse und sind im Erdgeschoss durchgesteckt. Um die Terrassen der Erdgeschosse von Nachbar zu Nachbar zu trennen wurden hier die Grundrisse um 45 Grad abgewinkelt und direkt nach Osten oder Westen gedreht.

Modell

Sie erstrecken sich über mehrere Gebäudeachsen. Insgesamt vier Reihen von unterschiedlicher Länge erstrecken sich über das Grundstück am Wannsee. Sie bilden eine trotz ihrer Dichte landschaftlich anmutende Anlage. Die Architekten konnten allerdings ihre Freiraumplanung gegenüber der Neuen Heimat nicht durchsetzen. Während Gogel und Noebel hauptsächlich mit der Ausführung der Bauten in Garching beschäftigt waren, wurde die Siedlung „Am Kleinen Messel“ von der Mitarbeiterin Gudrun Wurlitzer bearbeitet.

Zustand 2009