Über die Architekten

Daniel Gogel, Hermann Fehling und Peter Pfankuch im Studentendorf Schlachtensee

Hermann Fehling, der 1909 in Hyères in Frankreich geboren wurde, entsprang einer einflussreichen Kaufmannsfamilie aus Lübeck. Neben ihm brachte die Familie noch weitere bedeutende Persönlichkeiten hervor, wie den Chemiker Hermann Fehling und den Theaterregisseur Jürgen Fehling. Hermann Fehling absolvierte in Hamburg eine Zimmermannslehre und besuchte die dortige Baugewerbeschule.

Portrait Hermann Fehling. Aufnahme aus den Sechzigerjahren

Seine erste Arbeit als Architekt leistete er 1930 in Berlin als Angestellter Erich Mendelsohns. Im Büro von Werner Issel war er 1931 bis 1937 im Industriebau tätig, danach lebte Fehling in Berlin bis 1945 versteckt und ohne festen Wohnsitz. Er unterrichtete von 1966 bis 1975 als Honorarprofessor an der Technischen Universität Berlin. Nach einem Schlaganfall Ende 1995 starb Hermann Fehling im Februar 1996.

Hermann Fehling. Aufnahme aus den Achtzigerjahren

Daniel Gogel wurde 1927 in Berlin geboren. Nach kurzem Kriegsdienst bei der Marine erlernte er ebenfalls einen Handwerksberuf. Er begann sein Architekturstudium an dem neu eingerichteten Studiengang an der Hochschule für bildende Künste in Berlin (später Hochschule der Künste HdK, heute Universität der Künste UdK) und erlangte dort den Grad des Werkarchitekten.

Von 1974 bis 1976 hatte Daniel Gogel von einen Lehrauftrag an der Technischen Universität Berlin. Ein Jahr nach dem Tod Hermann Fehlings, im Frühjahr 1997, verstarb Daniel Gogel in Berlin.

Daniel Gogel im Max-Planck-Institut für Astrophysik, aufgenommen von Manfred Sack.

Peter Pfankuch wurde 1925 geboren. Hermann Fehling stellte ihn 1951 als ersten Mitarbeiter ein, gemeinsam reichten sie Wettbewerbsentwürfe ein für das Auditorium Maximum der Freien Universität Berlin und weitere Hörsaalgebäude. 1960 schied Peter Pfankuch aus der Architektengemeinschaft aus, er arbeitete danach als freischaffender Architekt und betrieb zeitweise ein gemeinsames Büro mit dem Architekten Dieter Enke. Im Rahmen seiner Tätigkeit als Sekretär der Sektion Baukunst der Akademie der Künste Berlin gab er 1974 eine umfassende Publikation über Hans Scharoun heraus.
Peter Pfankuch verstarb 1977, sein Nachlass befindet sich im Archiv der Akademie der Künste Berlin.

Günter Ssymmank, 1919 in Bautzen geboren, wurde von Fehling+Gogel bei drei Projekten als Berater und Experte für Konstruktion herangezogen. Ssymmank hatte zusammen mit Hans Scharoun das Institut für industrielles Gestalten eingerichtet, an der Technischen Universität Berlin. Für Scharoun konstruierte Ssymmank unter anderem die großen Kunsttoffleuchten der Berliner Philharmonie und Staatsbibliothek.
Die Blütenlampen nach Ssymmanks Entwurf gelten heute als Designklassiker. Auch bei Haus Schatz entwickelte Ssymmank Kunststoff-Bauteile, wie das mobile Dach und die transparente Treppe. Günter Ssymmank starb im Herbst 2009.

Walter Arno Noebel, (1953–2012), bewarb sich 1974 als Praktikant bei Fehling+Gogel. Als freier Mitarbeiter wirkte er an den Projekten zwischen 1975 und 1979 mit. Als Projektleiter betreute er Planung und Bau des Euproean Southern Observatorys. 1978–80 war er an Wettbewerbsentwürfen beteiligt für deren Urheberschaft die Bürobezeichnung Fehling, Gogel, Noebel gewählt wurde.
Noebel arbeitete später für Oswald Mathias Ungers und Vittorio Gregotti; seit 1994 betrieb er bis zu seinem Tod 2012 ein eigenes Architekturbüro in Berlin.